Rundgang durch die Klosterkirche

(Fotos in der Galerie unten)

 

Das Kloster Heilig Kreuz ist seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein Juwel unter den modernen Sakralbauten. Bau und Inneneinrichtung wurden von dem ungarisch-deutschen Architekten und Glasmaler György Lehoczky von 1956 bis 1963 geplant und fertig gestellt und 1958 von dem Püttlinger Ehrenbürger Bischof Josef Clemens Maurer konsekriert, der seit 1927 als Redemptorist und Missionar in Bolivien wirkte und 1967 der erste Kardinal Boliviens wurde.

 

György Lehoczky (1901 - 1979) studierte und arbeitete bis zu seiner Flucht im Jahre 1945 als selbständiger Architekt in Budapest. Nach einer Zwischenstation als künstlerischer Leiter in einer Keramikfabrik in Vorarlberg kam er 1947 nach Saarbrücken, wo er 1979 starb. Lehoczkys Werk umfasst unter anderem den Bau und die Innenausstattung des Klosters Heiligenborn der Redemptoristen in Bous sowie zahlreiche Glasfenster und Fensterzyklen in Kirchen,  darunter Fenster der Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken.

 

Die Klosterkirche Heilig Kreuz ist eine Doppelkirche mit zwei L-förmig angeordneten Kirchenschiffen, in deren Schnittpunkt der Altarraum steht. Das östliche Kirchenschiff stand den Schwestern zur Verfügung; das zum Altar verengend zulaufende und sich bis zu 20 m Höhe aufwölbende Hauptschiff war für die Gemeinde bestimmt. Diese traditionelle Trennung wurde 1972 durch das  Zweite Vatikanische Konzil aufgehoben.

 

Der Vorraum der schlichten Klosterkirche wird durch vier außergewöhnliche Glasfenster unterteilt.

Dargestellt werden vier Vögel: der Pelikan, die Nachtigall, der Specht und der Kranich, die in der Volkstradition für Situationen des christlichen Lebens stehen.

 

Das Hauptschiff mit dem Altarraum wird durch drei große Glasfenster erleuchtet: das Christusfenster mit der Darstellung des Gleichnisses von den klugen und den törichten Jungfrauen, das Dreifaltigkeitsfenster mit dem Symbol der drei Dreiecke, und das Marienfenster, das Maria mit dem Kind zeigt, die in einem Strahlenkranz mit Krone und Stab auf einer Mondsichel steht, unter sich den besiegten Drachen.

 

Über die Westseite des Kirchenschiffs zieht sich ein Band mit farbigen Keramikschalen, die die einzelnen Stationen des Kreuzwegs zeigen und von Lehoczky in Form volkstümlicher Keramiken gestaltet wurden.

 

Die Südwand des Seitenschiffs mit dem Schwesternchor wird von einem Fensterband aus vier verbundenen Fenstern gebildet. Darin sind insgesamt 16 Engel dargestellt, die auf volkstümlichen Instrumenten musizieren.

 

Neben der Klosterkirche steht ein kleiner Glockenturm, der eine winzige Kapelle beherbergt.

In dieser Kapelle befindet sich ein wunderschönes Glasfenster, das in symbolisch reinem Weiß das unbefleckte Herz der Jungfrau Maria zeigt.