
Am Freitag, den 5.Juni traf sich die Pilgergruppe in Mettlach an der Wallfahrtskirche St. Lutwinus. Der erste Tag war geprägt vom Unterwegs-Sein. Es lagen 24 km Weg vor uns, meist mit schattigen Waldwegen.
Nachdem wir die Straßen von Mettlach hinter uns gelassen hatten, erreichten wir die Lutwinuskapelle. Dort waren wir eingeladen, mit dem Läuten der Bittglocke, unsere Anliegen oder unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Nach dem Aufstieg vorbei am Wolfsbach gönnten wir uns eine längere Pause zur Stärkung. In der Hälfte der Tagesetappe erreichten wir über den Kaiserweg die Michaelskapelle und kehrten in Taben-Rodt zur Mittagspause ein. Von dort führte uns der Weg an der Saar vorbei . Nach einigen Haltepunkten und Impulsen kamen wir in Saarburg unterhalb der Pfarrkirche St. Laurentius an. Nun ging es nur noch zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Mettlach, bzw. Saarlouis und Völklingen zurück.
Der zweite Tag begann mit einer gemeinsamen Zugfahrt nach Saarburg mit den Zustiegen in Völklingen und Saarlouis. Startpunkt war dort die Wallfahrtskirche St. Marien Beurig. Das Jahr 1304 steht als Ursprungsjahr der Wallfahrt zu dieser besonderen Mariendarstellung, der „Madonna lactans“. Mit einer kurzen Andacht startete der heutige Weg, auf dem uns das Thema „Wein in der Bibel“ begleiten sollte, mit Impulsen und in der Natur, denn ab Ockfen begann der Weg durch die Weinberge an der Saar. Erster Haltepunkt war die Kirche St. Valentin Ockfen. Hier betrachteten wir die Hochzeit zu Kana, mit dem Wandel von Wasser in Wein, im Blick auf unseren Alltag. Den Picknickplatz am Bismarckturm nutzten wir zur Mittagspause und auf dem Weg weiter nach Schoden erreichten wir die Marienkapelle und durchschritten den Ort. Beim Betreten der Schodener Kirche St. Paulus und St. Magdalena eröffnete uns einen Raum der Stille, in den wir aus der Natur und dem bewegten Unterwegssein traten und so bewusst das „Dazwischen-Sein“ und das Verweilen in der Gegenwart Gottes wahrnehmen konnten. Unser Fußweg, vorbei am Altarm der Saar Richtung Wiltingen, endete in Kanzem, wo wir in der Kirche St. Marien unseren Wallfahrtstag abschlossen und bei einer Auswahl guter Saarweine in einem Weingut zusammensaßen. Über Konz kehrten wir mit Bus und Bahn nach Hause zurück.
Der dritte Tag, der Sonntag, wurde zunächst von den Einschränkungen beim Bahnverkehr beeinflusst.
Wir kamen in Konz über eine halbe Stunde später an und mussten so die Strecke und das Tempo anpassen, um rechtzeitig die Abtei St. Matthias zum Pilgerempfang und zum Gottesdienst zu erreichen. W wir wurden bei der geänderten Wegführung angenehm überrascht. Der Weg führte aus Konz heraus ins Konzer Tälchen, durch den Waldfrieden Konz, wo wir eine Station halten konnten, hinauf zum Roscheider Hof. Nach einer kurzen Pause erreichten wir den Konzer Höhenweg, geprägt von Feldern und Wiesen und gingen eiligen Schrittes hinab nach Feyen und St. Matthias, wo wir pünktlich um 11:30 Uhr ankamen und vom Ansprechpartner der Matthias-Pilger empfangen wurden. Vor uns waren bereits andere Mehrtagespilgergruppen angekommen, die, wie nun auch wir, mit Glockengeläut durch das geöffnete Hauptportal, mit dem Orgelspiel „Großer Gott wir loben dich“ eingezogen waren. Ein ergreifender Ritus, der über dem Grab des Apostel Matthias vor dem Altar mit einem Impuls zur diesjährigen Matthiaswallfahrt mit dem Thema „Meine Freude in euch“ den Abschluss fand.
Mit der Teilnahme an der mittäglichen Eucharistiefeier endete unsere Wallfahrt, aber noch nicht unser Beisammensein. Wir kehrten zum Mittagessen in einer nahegelegenen Pizzeria ein. Den Weg zum Hauptbahnhof wählten wir durch den Palastgarten, mit seiner besonderen Atmosphäre an einem sonnigen Sonntagnachmittag. Ohne Probleme, nur mit leichter Verspätung ging es mit dem Zug nach Hause. Im Zug wurde jede, jeder herzlich am jeweiligen Austiegs-Bahnhof verabschiedet.
Die diesjährigen Pilgertage vermittelten, neben der frohen Gemeinschaft und dem „Beten mit den Füßen“ im Unterwegssein in der Vielfalt der Natur, vor allem die bewusste Wahrnehmung der Räume der Stille, die uns jedes Mal beim Betreten der Kapellen und Kirchen geschenkt wurden.
Gut, dass uns hier vor Ort und in naher Umgebung noch offene Kirchen und zahlreiche Kapellen als Orte der Stille zur Verfügung stehen, die uns zum Verweilen und Innehalten einladen…zur Begegnung mit IHM, der alle Wege und Zeiten mit uns geht…eine Einladung, aus der vielleicht eine Gewohnheit wird, die uns auch in unserem und durch unseren bewegten Alltag tragen kann.





